Pflanzen im Erker inszenieren – Hängepflanzen und Treibholzast vor altem Berliner Fenster

Pflanzen im Erker inszenieren: Meine grüne Fensternische

Ein Treibholzast aus dem Park, Pflanzen in Makramee-Ampeln und ein Flohmarktfund für fünf Euro – so wurde aus einem Erker mein Lieblingsplatz in der Wohnung.

Wenn ich im Erker sitze, sehe ich vor allem einen Baum. Dass dahinter eine Straße liegt, vergesse ich meistens. Der Blick ins Grüne blendet alles andere aus.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Erker mein Lieblingsplatz geworden ist.

Das Licht fällt von drei Seiten ein, wodurch der Raum hell und freundlich wirkt. Gleichzeitig liegt der Erker ein wenig abseits vom Rest des Wohnzimmers und fühlt sich dadurch wie ein eigener kleiner Rückzugsort an. Hier lese ich, meditiere oder trinke morgens meinen Kaffee. Meistens allerdings hat meine Katze den Platz bereits für sich beansprucht und schläft zusammengerollt auf dem Sitzkissen.

Was heute wie eine kleine grüne Oase aussieht, ist allerdings nicht über Nacht entstanden. Vieles hat sich nach und nach entwickelt.

Die Idee mit dem Treibholzast

Den entscheidenden Impuls bekam ich durch ein Wohnmagazin. Dort sah ich zum ersten Mal einen Ast, der von der Decke hing und an dem Pflanzen befestigt waren.

Die Idee gefiel mir sofort.

Treibholz Blumenampel

Sie wirkte natürlich, unkompliziert und ein bisschen ungewöhnlich. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Ast.

Im Park um die Ecke wurde ich tatsächlich fündig. Ein leicht geschwungenes Stück Holz, bereits von der Rinde befreit und genau in der richtigen Größe. Es sah fast so aus, als hätte es dort auf mich gewartet.

Zu Hause befestigte ich den Ast mit Seilen an der Decke und hängte mehrere Makramee-Pflanzenampeln daran auf.

Bis heute ist das mein Lieblingsdetail im Erker.

Die Pflanzen lassen sich jederzeit austauschen, ergänzen oder neu arrangieren. Dadurch verändert sich der Platz ständig ein wenig und wirkt nie statisch.

Tipp: Ein Ast muss nicht perfekt gerade sein. Oft sind es gerade die kleinen Unebenheiten und natürlichen Formen, die ihm Charakter verleihen.

Meine Lieblingspflanzen im Erker

Mit der Zeit haben verschiedene Pflanzen ihren Platz im Erker gefunden. Manche sind geblieben, andere wieder ausgezogen.

Zwei Pflanzen begleiten mich allerdings schon besonders lange.

Zierspargel

Der Zierspargel gehört zu meinen absoluten Lieblingspflanzen. Seine feinen, federartigen Triebe wachsen in alle Richtungen und verleihen dem Erker etwas Leichtes und Verwunschenes.

Gerade in den hängenden Makramee-Ampeln kommt seine Wuchsform besonders schön zur Geltung.

Zebrakraut

Zebrakraut

Das Zebrakraut begeistert mich vor allem wegen seiner Farben.

Je nach Lichteinfall verändern sich die Blätter und entwickeln intensive Lilatöne. Dazu erscheinen immer wieder kleine rosa Blüten, die man leicht übersieht und die mich jedes Mal aufs Neue freuen.

Besonders spannend finde ich, wie stark die Pflanze auf ihren Standort reagiert. Seit sie im Erker hängt und von mehreren Seiten Licht bekommt, sind die Blätter deutlich kräftiger lila geworden. An schattigeren Standorten bleiben sie dagegen eher grün.

Im Erker kann man diese Veränderungen besonders gut beobachten, weil das Licht im Laufe des Tages aus unterschiedlichen Richtungen einfällt.

Eine interessante Entdeckung habe ich erst vor Kurzem gemacht: Das Zebrakraut wurde in einigen Umweltstudien sogar als natürlicher Indikator für die Luftqualität untersucht. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung, weshalb Forschende ihre Blätter genutzt haben, um bestimmte Belastungen der Luft sichtbar zu machen. Natürlich ersetzt sie kein Messgerät, aber ich finde den Gedanken faszinierend, dass eine Zimmerpflanze so aufmerksam auf ihre Umwelt reagiert.

Vielleicht gefällt mir das Zebrakraut deshalb so gut: Es ist nicht nur schön anzusehen, sondern erinnert mich auch daran, wie eng Pflanzen und ihre Umgebung miteinander verbunden sind.

Tipp: Helle Erker oder Fensternischen eignen sich hervorragend für Pflanzen, die viel Licht mögen. Der Lichteinfall von mehreren Seiten sorgt oft für besonders kräftiges Wachstum.

Das Windspiel vom Flohmarkt

Windspiel vom Flohmarkt

Neben den Pflanzen hängt noch etwas anderes an meinem Treibholzast: ein kleines Windspiel.

Danach hatte ich erstaunlich lange gesucht.

Entweder gefielen mir die Modelle nicht oder sie waren deutlich teurer, als ich bereit war auszugeben. Irgendwann entdeckte ich dann auf einem Flohmarkt ein handgemachtes Windspiel für fünf Euro.

Es war einer dieser seltenen Momente, in denen man sofort weiß: Das ist genau das Richtige.

Bis heute gehört es für mich genauso zum Erker wie die Pflanzen selbst.

Fensterregale als zusätzlicher Platz für Pflanzen

Die jüngste Veränderung sind zwei einfache Holzregale an den Seitenfenstern.

Erkerfenster mit Pflanzen

Die Idee dazu habe ich auf Pinterest entdeckt.

Da sich diese Fenster ohnehin nicht öffnen lassen, boten sie sich perfekt für zusätzliche Ablageflächen an. Mit zwei Holzbrettern entstand innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr Platz für Pflanzen, Bücher und kleine persönliche Fundstücke.

Die Regale haben den Erker noch grüner gemacht und sorgen dafür, dass verschiedene Höhen und Ebenen entstehen.

Genau das macht Pflanzenarrangements oft besonders lebendig.

Tipp: Wenn du einen Erker oder eine Fensternische hast, lohnt es sich, die Höhe auszunutzen. Regale, Pflanzenampeln und Fensterbänke schaffen zusätzliche Stellflächen, ohne wertvollen Wohnraum zu beanspruchen.

Warum Pflanzen im Erker so gut funktionieren

Nicht jeder hat einen Erker. Die Grundidee lässt sich aber auf jede helle Fensternische übertragen.

Was den Standort besonders macht:

  • Licht von mehreren Seiten
  • Ein geschütztes, geborgenes Raumgefühl
  • Zusätzliche Höhe für Hängepflanzen
  • Verschiedene Ebenen für Pflanzen und Dekoration
  • Die Möglichkeit, persönliche Fundstücke einzubinden

Erst die Kombination aus Pflanzen, Licht und persönlichen Dingen macht einen Ort wirklich besonders.

Erker mit Pflanzen

Fazit: Mehr als nur eine Fensternische

Lange Zeit war mein Erker einfach nur ein heller Platz mit einem Stuhl.

Heute ist er mein Lieblingsort in der Wohnung.

Das Schönste daran: Die meisten Veränderungen haben kaum etwas gekostet. Der Ast stammt aus dem Park, das Windspiel vom Flohmarkt und viele Pflanzen wurden über die Jahre geteilt, vermehrt oder getauscht.

Manchmal braucht es keine große Renovierung, um einen Raum zu verändern.

Manchmal reichen ein paar Pflanzen, ein besonderer Fund und die Aufmerksamkeit für einen Ort, der vorher kaum beachtet wurde.


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