Wandlampe DIY im Japandi-Stil: Mein beleuchtetes Bett-Kopfteil
Mein Bett ist ein sehr reduziertes, minimalistisch anmutendes Holzgestell, das ich seit Jahren habe. Kein Kopfteil, klare Linien – genau das war der Grund, warum ich es mochte. Das Problem zeigte sich erst mit der Zeit: Ohne etwas zum Anlehnen haben wir uns beim Lesen einfach direkt an die Wand gelehnt, Abend für Abend, bis die Wandtapete dahinter deutliche Gebrauchsspuren zeigte. Ich hab mich also nach fertigen Kopfteilen umgeschaut, die zu diesem schlichten Stil passen würden – bei Tikamoon zum Beispiel gibt’s schöne Holzvarianten. Die Preise dort haben mir dann aber ziemlich schnell die Kauflaune genommen. Also musste ich selber ran – mit Holzleisten, LED-Streifen und einer Portion Ausprobieren entstand daraus eine Wandlampe DIY, die gleichzeitig als Kopfteil dient.
Ein Wandobjekt, das zwei Dinge gleichzeitig ist
Tagsüber ist das Kopfteil ein ruhiges, fast grafisches Wandelement: ein schlichter Holzrahmen in Bettbreite, durch eine Mittelstrebe in zwei Felder geteilt, bespannt mit einem leicht durchsichtigen Material. Nachts verwandelt es sich in eine warme Lichtquelle, die den ganzen Raum in ein sanftes Licht taucht.

Der eigentliche Clou zeigt sich aber erst, wenn man tatsächlich im Bett sitzt: Weil die Lichtquelle exakt auf Kopfhöhe liegt, ist das Ganze nebenbei die beste Leselampe, die ich je hatte. Kein greller Punktstrahl direkt auf die Buchseite, sondern ein diffuses, breites Licht, das einen nicht blendet, egal wie man sich anlehnt.

Bei dem Licht handelt es sich um eine dimmbare LED-Lampe, die man mit einer Fernbedienung steuern kann. Die Lichtintensität ist dadurch steuerbar, was auch praktisch ist, wenn zum Beispiel einer von uns noch lesen will und die andere Person bereits schlafen möchte. Genau dieses Prinzip der Kontrolle über die eigene Umgebung ist eines der fünf biophilen Grundprinzipien, über die ich in Biophiles Design geschrieben habe – hier lässt es sich an einem einzigen Objekt sehr konkret nachvollziehen.
Bau und Material der Wandlampe DIY
Die Konstruktion der Wandlampe ist erstaunlich unkompliziert: ein Rahmen aus Holzlatten in der Breite des Bettgestells, mit Winkeln zusammengeschraubt. Die Mittelstrebe sorgt dafür, dass aus einer großen Lichtfläche zwei gegliederte Felder werden. Dadurch wirkt die Fläche weniger wie eine Leuchtwand und mehr wie ein bewusst gestaltetes Objekt. Am Rand sitzen zusätzliche, flache Holzleisten aus dem Baumarkt, die den Rahmen leicht überragen. Auf ihrer Innenseite hält doppelseitiges Klebeband die Bespannung. Innen entlang des Rahmens läuft ein schmaler LED-Streifen, gesteuert über eine ganz gewöhnliche Fernbedienung.

Bespannt hab ich das Ganze mit Buchbindematerial vom Modulor – eigentlich nur, weil mir für dieses Projekt der Leinenstoff ausgegangen war, den ich beim Bau der ersten Wandlampe verwendet hatte. Es stellte sich als Glücksgriff heraus: robust, günstig, und genau richtig lichtdurchlässig, sodass sich das Licht weich verteilt, statt in harten Punkten durchzudringen.
Wie alles anfing: Die kleine Schwester an der Wand
Bevor es das Kopfteil gab, habe ich eine kleinere Wandlampe gebaut – quadratisch, im selben Baustil. Ausgangspunkt war der Wunsch nach indirekter Beleuchtung, und dieselbe Ernüchterung wie später beim Kopfteil: Dekorative Wandleuchten werden erstaunlich schnell teuer, sobald sie mehr sein sollen als reine Funktion.
Bespannt ist sie mit Leinenstoff statt Buchbindematerial, und gerade das macht ihren eigenen Charakter aus: Im Licht zeichnet sich die Webstruktur des Stoffs deutlich ab, mit einem schönen Helligkeitsverlauf von der Mitte zum Rand hin.


Beide Objekte folgen demselben Grundprinzip, lassen sich aber in verschiedene Richtungen weiterdenken – andere Stoffe, andere Proportionen, andere Lichtstimmungen. Als Nächstes reizt mich eine Version mit farbigem Plexiglas, um zu sehen, wie sich das Licht dann bricht und färbt.
Falls dich interessiert, wie ich beim Bauen konkret vorgegangen bin – Maße, Materialliste, Schritt für Schritt: Ich überlege, dazu perspektivisch eine ausführliche Bauanleitung als Download anzubieten. Lass mich gern wissen, ob das für dich hilfreich wäre.

Du suchst Ideen für gemütliche Räume, Gartengestaltung und kreative DIY-Projekte? Auf meinem Blog teile ich regelmäßig Inspirationen rund um Wohnen, Garten und Räume, die gut tun.
Gefällt dir dieser Artikel? Pinne dir die Bilder auf Pinterest oder folge mir auf Pinterest für mehr Wohn-Inspiration.